Fuckup Nights: Das Scheitern der Anderen

Ein Startup zu gründen bedeutet auch immer: Viel Geld auf die Möglichkeit zu setzen, das eigene Projekt komplett an die Wand zu fahren. Immerhin enden 80 – 90% der Startups als Misserfolg. Grund genug für das Team der FuckUp Nights Ruhrgebiet, am 26. April einst gescheiterte Unternehmer mit ihren Geschichten vor ein Publikum zu stellen und den elementaren Fragen auf den Grund zu gehen: Was waren die Fehler? Wie hätte es besser laufen können? Was wurde gelernt?
Ein echter Mehrwert für Gründer und Gründungswillige, denn für die Fehler der Anderen muss man nicht selbst zahlen.

Fuckup Nights gibt es seit einigen Jahren, und das weltweit. Ziel ist es, das Scheitern öffentlich zu machen, ihm den Makel zu nehmen und es als lehrreiche Erfahrung zu verstehen. Denn sicher ist: Viele erfolgreiche Unternehmer scheiterten auf ihrem Weg zum Erfolg. Doch sie lernten aus ihren Fehlern, ließen sich nicht unterkriegen, wagten selbstbewusst weitere Anläufe. Unter diesen Gescheiterten finden sich Giganten wie Steve Jobs, Steven Spielberg oder Walt Disney. In Deutschland war es immerhin der FDP-Vorsitzende Christian Lindner, der in den Medien offen über seine Fehlschläge als Unternehmer und Politiker berichtete und sogar bei Fuckup Nights als Speaker auftrat.

Die Fuckup Nights Ruhrgebiet sind mindestens so unterhaltsam wie informativ. Jeder Speaker hat nur sieben Minuten für seinen Vortrag zur Verfügung und darf maximal zehn Bilder für seine Präsentation nutzen. Das bedeutet: keine langen Reden mit Statistikfolien aus der Hölle, sondern kurze, pointierte Statements, die im Idealfall zeigen, welche Fehler gemacht wurden, weshalb es zu diesen Fehlentscheidungen kam und welche Konsequenzen aus ihnen resultierten. Anschließend stellt sich jeder Teilnehmer ausführlich den Fragen des Publikums.

 

„Trial & Error ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor!“ Magnus Schmidt, scoo.me auf www.deutsche-startups.de

Im Netz gibt es inzwischen zahlreiche Seiten, auf denen ehemalige Gründer von ihren beruflichen Niederlagen berichten. Die englischsprachige Seite www.failory.com sammelt solche „Unerfolgsstorys“ aus aller Herren Länder. Auf den deutschsprachigen Raum beschränkt sich die Seite www.deutsche-startups.de, die zwar nicht ausschließlich die Fuckups von Gründern sammelt, jedoch viele interessante Hintergrundinfos über das Scheitern bereithält. Denn so individuell die Gründergeschichten auch sind, viele Fuckups lassen sich auf Kernfehler zurückführen: falsche Personalentscheidungen oder Teams, die von Anfang an nicht funktionierten, zu frühe Expansionsträume, fehlerhafte Zielgruppenanalysen und manchmal ganz banal: das Fehlen von Backups.

Auch die Printmedien trauen sich inzwischen immer häufiger, die Geschichten von gescheiterten Startups zu erzählen. So berichtete etwa die Zeit im Jahr 2016 über Marc Clemens, der 2013 mit Sommelier Privé einen Wein-Abo-Dienst gründete und ziemlich schnell pleiteging. All diese Beispiele sollen Gründern Mut machen und ihnen die Angst vor dem Scheitern nehmen. Denn das Scheitern ist stets auch eine Chance, die es zu nutzen gilt.

Die nächste Fuckup Night Ruhrgebiet findet am 26.04.2018 in der DASA in Dortmund, Friedrich-Henkel-Weg 1-25 statt. Der Einlass ist um 19.00 Uhr, Beginn der Veranstaltung um 20.00 Uhr. Kostenlose Tickets gibt es unter http://fun-ruhr.de/#ticket

2018-05-17T16:26:05+00:0024.04.2018|