Die Bedenken in den Vorstandsbüros von kleinen und mittelständischen Unternehmen mögen vielleicht nicht mehr so groß sein wie noch vor einigen Jahren. Aber weiterhin ranken sich diverse Mythen und Horrorgeschichten um den Einsatz von Social Media für Unternehmen. Wir stellen dir heute die fünf größten Social-Media-Mythen vor und zeigen dir, dass du keine Angst vor Instagram, Facebook und Co. haben musst.

 

1. Die Anbieter wollen nur an meine Daten

Nun, das ist nicht wirklich ein Mythos. Natürlich haben Betreiber der großen sozialen Netzwerke ein Interesse an deinen Daten. Aber das ist durchaus legitim, schließlich stellen sie dir ihren Service kostenlos zur Verfügung. Ja, sie sammeln Daten über dein Verhalten innerhalb des Netzwerkes. Sie wissen, welche Seiten und Beiträge dir gefallen, wann du online bist und wie lange, wo dein Geschäftssitz ist und wo du dich gerade befindest. Sie kennen deine Telefonnummer, wissen mit wem du in Kontakt stehst, welche Medien du bevorzugst und auf welche Links du klickst.

Für Privatpersonen mag diese Vorstellung unangenehm sein, insbesondere, wenn sie viel auf diesen Plattformen unterwegs sind, über den Messenger persönliche Gespräche führen und relativ unbedacht mit anderen Nutzern agieren. Für dein Unternehmensprofil sind solche gesammelten Daten aber gar kein so großes Problem. Schließlich agierst du strategisch – hoffentlich! Du teilst ja keine Betriebsinterna, Steuerbescheide oder Baupläne von Prototypen auf Facebook – hoffentlich! Stattdessen verbindest du dich gezielt mit anderen, für dein Business interessanten, Profilen, schreibst Beiträge ganz im Sinne deiner Kommunikationsidee, bist zu bestimmten Zeiten online und postest Beiträge, die vorteilhaft für dein Unternehmen sind. Sollen Facebook und Co. doch diese (Meta-)Daten bekommen! Die größte Erkenntnis, die sie daraus ziehen können, ist die, dass du einer vorbildlichen Social-Media-Strategie folgst.

 

2. Auf meiner Seite tummeln sich nur die nörgelnden unzufriedenen Kunden

Wenn du eine Unternehmensseite auf Facebook eröffnest, bietest du deinen Kunden und Freunden die Möglichkeit, ein Feedback abzugeben. Ein Feedback, das von anderen Nutzern gelesen und ebenfalls kommentiert werden kann. Wer sich als Unternehmer davor fürchtet, hat wenig Vertrauen in sein Produkt bzw. seine Dienstleistung und auch keines in seine Kunden. Denn wenn du begeistert von deinem Business wärest, würdest du nicht als erstes an Kritik und Nörgelei denken, sondern an Lobeshymnen, zufriedene Kunden und virale Empfehlungen.

Ja, natürlich kann es auf deiner Facebookseite auch Kritik geben, die Wahrscheinlichkeit, dass dies passieren wird, ist sogar ziemlich groß. Doch diese offene Kritik ist eine riesige Chance für dich und dein Business. Wo sonst bekommst du solch ein ehrliches Feedback? Sieh die Kritik also als Chance zu erfahren, was die Nutzer wirklich über dein Unternehmen denken. Nimm Kritik nicht persönlich, analysiere sie und ziehe die richtigen Schlussfolgerungen daraus. So ziehst

 

3. Social Media ist für mein Business nicht relevant

Dieses Argument hört man immer wieder, insbesondere in Branchen, die hauptsächlich im B2B-Bereich tätig sind. Klar, für Maschinenbauer und Autozulieferer ist es schwierig zu „Love Brands“ zu werden, die Hunderttausende von begeisterten Endkunden als potenzielle Follower haben. Aber Social Media ist sehr viel mehr. Auch als Nischenunternehmen kannst du Facebook oder Instagram zum Recruiting nutzen, dich mit nützlichen Multiplikatoren vernetzen und generell die Bekanntheit deines Unternehmens steigern. Wie gut das funktioniert, kannst du am Beispiel der Rosenbauer Group sehen. Der Hersteller von Feuerwehrtechnik hat eigentlich keinen großen Berührungspunkt mit Endverbrauchern. Trotzdem folgen dem Unternehmen auf Facebook mehr als 225.000 Nutzer. Und warum? Weil das Unternehmen einfach informativen, spannenden und unterhaltsamen Content bietet.

 

4. Social Media kostet nix und jeder kann es

Ein weiterer uralter Mythos, der aber noch immer in den Köpfen zahlreicher Unternehmer rumgeistert. Schließlich kennen ja die meisten Facebook oder Instagram aus ihrem Privatleben. Und da ist das ja auch keine Arbeit, sondern Entspannung, Unterhaltung und Vergnügen. Doch, lieber Unternehmer: Social Media kostet. Accounts wollen gepflegt werden. Beiträge müssen recherchiert und geschrieben, Videos oder Fotos erstellt und bearbeitet werden. Darüber hinaus erwarten die Nutzer Antworten auf ihre Kommentare und Fragen. Und wer dann noch ein Auge auf Mitbewerber und Branche wirft – etwa mithilfe von Social-Media-Monitoring-Tools – ist schon ganz schön beschäftigt. All dies kostet Arbeitszeit und benötigt ein gewisses Know-how. Das macht nicht irgendein Mitarbeiter einfach so nebenbei. Richte dich also darauf ein, dass dich eine gut durchgeplante Social-Media-Strategie Geld kosten wird. Und begreife, dass die Mitarbeiter, die diese Strategie umsetzen, Experten in ihrem Bereich sind. Unterstütze sie durch Fortbildungen und gib ihnen Freiräume für Konferenzen oder Barcamps, damit sie immer am Puls der Zeit bleiben. Und noch ein Rat an dich: Zeige ihnen auch, dass sie Experten sind. Sei wertschätzend und interessiert an ihrer Arbeit.

 

5. Social Media bedeutet Kontrollverlust

Nun, diese Aussage stimmt zwar zum Teil, aber wir wollen dir die Angst davor nehmen. Klar, mit einem Facebook- oder Instagram-Auftritt gibst du ein Stück weit die Kontrolle ab und machst dich offen für das Feedback deiner Follower. Und das kann auch mal negativ sein. Aber deshalb verlierst du nicht zwangsläufig die Kontrolle. Wie du darauf reagierst und welche Schlüsse du daraus ziehst liegt weiterhin in deiner Macht. Kurz gesagt: Die Themen auf deiner Seite werden (auch) von deinen virtuellen Freunden vorgegeben, aber wie die folgende Kommunikation abläuft, liegt wieder in deinen eigenen Händen. Und ein kleiner Tipp: Je transparenter du agierst und je offener du auf die Nutzer zugehst, desto wohlgesonnener sind sie dir.

Wir hoffen, wir konnten mit einigen Vorurteilen und Mythen über die sozialen Medien aufräumen und dich zu einem bekennenden Social-Media-Fan machen. Dein Unternehmen würde davon profitieren.