Wie aus deinem Business eine echte Marke wird

Wenn du an BMW denkst, kommt dir wahrscheinlich nicht irgendein Auto in den Sinn, sondern ein sportlicher Wagen. Wenn du an Apple denkst, siehst du vor deinem inneren Auge nicht den grauen, klobigen PC unter dem Schreibtisch, sondern einen Rechner mit schönem Design. Und auch wenn es viele verschiedene Nuss-Nougat-Cremes am Markt gibt: Nutella bleibt Nutella. Willkommen in der Welt der Love-Brands, wo neben Produkten und Dienstleistungen auch immer eine gehörige Portion Emotionen verkauft wird.

Ein Business anzumelden ist einfach. Es aufzubauen ist schon schwerer. Und um aus diesem Business eine echte Marke zu machen, eine Marke, die für etwas steht, dazu bedarf es neben einer gut durchgeplanten Strategie auch Zeit und Geduld. Wir zeigen dir, welche Punkte du beachten solltest, damit aus deinem Business eine echte Marke wird. Eine, die die Menschen lieben.

Als erstes musst du verinnerlichen, dass Marken mehr sind als Produkte oder Dienstleistungen. Marken lösen Emotionen aus. Sie stehen für etwas. Und dieses Etwas kaufen Kunden nicht nur zusammen mit deinen Produkten oder Dienstleistungen. Sie kaufen wegen dieses Etwas‘ bei dir. Deswegen ist der erste Schritt beim Markenaufbau immer die Frage: Wofür steht deine Marke?

Definiere, was du tust

Egal, ob du Schrauben produzierst, Bier braust oder Computerspiele programmierst: Deine Marke sollte für etwas stehen, das über das eigentliche Produkt hinausragt. Als Ausgangspunkt kann dein Alleinstellungsmerkmal dienen. Wenn du also zum Beispiel das weltweit erste Bier mit Weingeschmack entwickelt hast, dann könnte deine Marke vielleicht für irrwitzige Kreativität stehen. Oder für das Verbinden von zwei unterschiedlichen Welten. Für Experimentierfreude. Oder für Mut. Schaue dir dabei nicht nur dein Business an, sondern wirf auch einen Blick auf deine eigene Persönlichkeit als Unternehmer. Bist du ein eher konservativer Typ? Vielleicht introvertiert? Mehr Denker als Macher. Kannst du Menschen begeistern und überzeugen? Bist du Visionär, Perfektionist oder Abenteurer? Das mag vielleicht weit hergeholt anmuten, aber deine Persönlichkeit ist ein wichtiger Bestandteil beim Aufbau deiner Marke. Denn du bildest zusammen mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung eine Einheit. Und die muss stimmig sein. Und authentisch. Es wird dir schwerfallen, eine wilde, freche, elektrisierende Marke aufzubauen, wenn du selbst eine schüchterne, vorsichtige und introvertierte Persönlichkeit besitzt. Aber du kannst vollkommen authentisch als introvertierte, vorsichtige Persönlichkeit eine Marke aufbauen, die für Sicherheit, Ruhe und Beständigkeit steht.

Zeige, was du tust

Oben haben wir bereits erwähnt, dass die Menschen nicht nur ein Produkt kaufen, sondern immer auch ein Lebensgefühl, eine Haltung, eine Geschichte. Das gewisse Etwas halt. Das allerdings, musst du ihnen zeigen. Die sozialen Medien sind dafür ideale Kanäle. Lasse deine Friends und Follower teilhaben. Wie entsteht dein Produkt? Wer ist daran beteiligt? Wo entsteht es? Eine Fotostory aus deiner Werkstatt, ein Insta-Video bei einem deiner Zulieferer – die Möglichkeiten in den sozialen Netzen sind nahezu unbegrenzt. So erzielst du Reichweite und gibst deinen Kunden die Möglichkeit, eine Bindung zu deinem Business aufzubauen. Und da die sozialen Netzwerke keine Einbahnstraße sind, können auch deine Follower aktiv werden: Starte Challenges. Frage nach Bildern oder Geschichten zu deinem Produkt. Kommuniziere viel, schnell und authentisch, beantworte Fragen, bedanke dich für Kritik und wünsche auch mal ein schönes Wochenende. So bringst du Leben in die Bude – und belebst deine Marke.

Erzähle Geschichten über das, was du tust

Menschen mögen die Geschichten hinter dem Produkt. Der Kampf des Unternehmers, das Ringen mit Widrigkeiten, die Rückschläge. Aber auch seine Vision und die Ideen hinter den Produkten. Das ist der ideale Stoff für deine Unternehmensgeschichte. Der Mythos von Apple – einem der wertvollsten Unternehmen der Welt – liegt nicht hinter den gläsernen Unternehmensfassaden in Cupertino, er liegt in jener kleinen Garage, in der Steve Jobs gemeinsam mit seinem Kumpel Steve Wozniak die ersten Rechner zusammenschraubte.
In deinem Leben gibt es solche starken Anekdoten nicht? Egal! Selbst historisch ungenaue Geschichten funktionieren bei den Menschen, wenn sie einfach gut genug erzählt werden. Meister dieses Storytellings ist das italienische Notizbuch-Unternehmen Moleskine. Du weißt schon: die mit den abgerundeten Ecken und dem Gummiband, in denen seit mehr als hundert Jahren Künstler und Schriftsteller ihre Skizzen sammeln.
Falsch!
Das Unternehmen hinter den Moleskine-Büchern wurde erst Mitte den 1990er-Jahre in Italien gegründet und all die Assoziationen, die man heute mit diesen Notizbüchern verbindet, sind das Ergebnis eines wirklich fantastischen Storytellings.

Liebe, was du tust

Und egal, ob du Alltagsgegenstände herstellst oder kleine Kunstwerke, ob du Denker bist oder Macher: Zeige den Menschen, dass du für dein Business brennst! Kommuniziere, dass du dein Bier mit Leidenschaft braust, dass deine Schraubenentwicklung die Erfüllung deiner Vision von einer einfacheren, sicheren Arbeitswelt ist, dass du nicht nur Computerspiele programmierst, sondern Welten gestaltest. Nichts ist so sexy, wie Menschen, die von ihrer Arbeit begeistert sind. Und nicht ist langweiliger als Menschen, die nur ihren Job tun. Schau dir die Keynotes von Steve Jobs und sein „One more thing“ an, schau dir die Keynotes seines Nachfolgers Tim Cook an, dann du hast eine Vorstellung davon, wie Leidenschaft die Menschen mitreißen kann. Sei als Unternehmer nicht einfach überzeugt von deinem Business, sei begeistert. Immer. Es wird sich auf deine Marke übertragen.