Das Internet der Dinge

Im Netz der Maschinen

Kaum ein Begriff hat die Netzgemeinde in den vergangenen ein, zwei Jahren mehr beschäftigt als das Internet der Dinge (IdD) bzw. das Internet of Things (IoT). Die Möglichkeiten, die sich durch die Vernetzung von unterschiedlichsten Maschinen und Geräten eröffnen, scheinen grenzenlos.
Aber was hat es mit dem IoT genau auf sich?

Unter IoT versteht man die Integration von Geräten, Maschinen und Gegenständen in das Internet. Durch das Bestücken mit Chipsätzen, können diese direkt untereinander oder über das Netz selbstständig miteinander kommunizieren und Daten austauschen. Jedes dieser „smarten“ Objekte erhält dabei eine eindeutige Netzwerkidentifikation.

 

Bereits mitten drin im IoT

Was sich erst einmal ziemlich abstrakt liest, nutzen wir bereits heute ganz selbstverständlich in vielfältiger Form: smarte Fernseher, die wie herkömmliche Computer einen Zugang zum Internet herstellen und auf die verschiedenen Mediatheken zugreifen können, intelligente Steuerungen für Heizungsanlagen, die ortsunabhängig per App bedient werden oder Amazons Dash Buttons, die auf Knopfdruck Artikel nachbestellen. Dies sind nur einige Beispiele und die Zukunft hat noch sehr viel mehr zu bieten.

 

Mehrwert durch das IoT

Unser zukünftiger Alltag wird sich durch das Internet of Things radikal und weitreichend verändern. Vieles wird nutzerfreundlicher und praktischer ablaufen: Das Leben wird leichter. So können bereits heute Drucker selbstständig den Füllstand der Tintenpatronen erfassen und beim Unterschreiten eines definierten Wertes automatisch neue Patronen bestellen. Pakete können durch entsprechende Kennzeichnungen wie Strich- oder QR-Codes in Echtzeit getrackt werden und bald werden auch Kühlschränke neue Butter ordern können, noch bevor die vorhandene restlos aufgebraucht ist. Bürostühle werden sich selbstständig über verschiedene Sensoren optimal auf den Sitzenden einstellen und auch auf die selbstfahrenden Autos werden wir nicht mehr lange warten müssen.

 

Technik-Basics zum IoT

Damit Gegenstände oder Geräte Teil des Internets der Dinge werden können, müssen sie eindeutig identifizierbar sein. Dazu reicht ein einfacher maschinenlesbarer Code. Dadurch ist der Gegenstand bereits ein passiver Teil des IoT, kann selbst aber noch keine Aktionen starten. Hierfür benötigt er: einen Chipsatz, der sich mit den Netz verbinden kann und bestimmte Bedingungen erfüllen sollte, etwa ein minimaler Stromverbrauch, physisch möglichst klein, wartungsarm, sicher gegen unbefugten Zugriff von außen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, wenn eine Programmierschnittstelle, eine sogenannte API, zur Verfügung gestellt wird, damit andere Software auf das Gerät zugreifen kann.

 

Kritik am IoT

Damit die vielen Funktionen von smarten Geräten unseren Alltag erleichtern können, benötigen sie jede Menge Daten des Nutzers. Der Kühlschrank, der automatisch Butter nachbestellt, muss zum Beispiel Zugriff auf Informationen darüber haben, welche Marke der Nutzer bevorzugt, wo er die Butter im Netz bestellen soll, welche Zahlungsmöglichkeiten vorliegen – inklusive diverser Kontodaten. Außerdem benötigt er die Adresse, an die die Butter geliefert werden soll. Das Internet der Dinge wird massiv auf persönliche Daten zurückgreifen und die Art und Weise, wie jeder mit seinen eigenen Daten im Netz umgeht, wird sich gravierend ändern. Letztendlich muss der Datenschutz in solchen Systemen allerhöchste Priorität haben. Darüber hinaus ist jedes ans Internet angeschlossene Gerät auch ein Stromverbraucher: als Einzelgerät nur im kleinen Rahmen, in der Gesamtheit allerdings mit einem enormen Energiebedarf. Den Verbrauch der smarten Gegenstände zu minimieren oder sie durch Solar-, Wind- und Bewegungsenergie unabhängig vom Stromnetz zu konstruieren, wird ein riesiges Feld für Tüftler und Experten sein. Nicht zuletzt gilt es einheitliche Standards zu finden, damit Geräte und Webservices kostengünstig angeboten werden können.

 

Zukunft des IoT

Das Internet of Things wird die Welt, in der wir leben, in einer Art und Weise umkrempeln, die wir uns heute kaum vorstellen können. Nahezu alles, was vor ein paar Jahren noch als Science Fiction galt, wird schon bald möglich sein: smarte Häuser und Wohnungen, die selbstständig das Licht regeln, die Heizung steuern und Türen öffnen, intelligente Brillen, die Informationen zur Umgebung bereitstellen, selbstfahrende Autos und natürlich Roboter, die komplexe Aufgaben extrem genau erledigen. Für digitale Startups bedeutet dies nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, sich erfolgreich am Markt zu positionieren.

 

 

2018-06-06T16:29:34+00:0006.06.2018|