Die besten Alternativen zu dawanda

Ende August war endgültig Schluss. Nach mehr als 10 Jahren schloss der wahrscheinlich bekannteste Marktplatz im deutschsprachigen Raum für DIY, Design und Kunsthandwerk die Tore. Nicht wenige Startups generierten dort ihre ersten relevanten Umsätze und nutzten dawanda auch danach als wichtige Vertriebsplattform. Die Seite war weithin bekannt, die Community groß und das Layout ansprechend. Kreative Produzenten müssen nun andere Vertriebswege suchen. Wir stellen einige dawanda-Alternativen vor.

 

etsy – einfach weitermachen

Wer zurzeit die Adresse www.dawanda.com in seinen Browser eingibt, wird direkt auf einen ehemaligen Konkurrenten weitergeleitet: etsy.com. Das 2005 gegründete US-Unternehmen hat nach eigenen Angaben rund zwei Millionen aktive Verkäufer und ca. 35 Millionen Kunden weltweit. Bis Ende August konnten dawanda-Shops kostenlos und unproblematisch mittels eines Import-Tools umziehen und Produktbeschreibungen und Kundenbewertungen gleich auf die neue Plattform mitnehmen. Das war praktisch und konnte etsy sicherlich eine ganze Reihe deutschsprachiger Nutzer bescheren. Problematisch bleibt allerdings die Größe der Plattform und ihre internationale Ausrichtung. Shop-Betreiber müssen sich einiges einfallen lassen, um in der Flut der Angebote herauszustechen.

productswithlove.de – Schönes für den DACH-Raum

Ganz neu an den Start gegangen ist productswithlove.de. Das Startup wendet sich explizit an die deutschsprachigen Nutzer aus dem DACH-Raum. Zum Start hielten sich die Gebühren in Grenzen: eine kostenlose Anmeldung für Shops mit bis zu 50 Artikeln bei 3% Verkaufsprovision. Wer es etwas größer möchte, und seinen Shop besser positioniert sehen will, zahlt fünf Euro im Monat. Dafür können dann bis zu 100.000 Artikel eingestellt werden – ebenfalls mit einer Verkaufsprovision von 3%. Darüber hinaus bietet productswithlove.de ein echtes Mehrwert-Feature an: Die Macher kooperieren mit einer auf IT-Recht spezialisierten Anwaltskanzlei aus München. Verkäufer von productswithlove.de können gegen eine monatliche Gebühr auf rechtssichere Texte für AGB und Widerrufsbelehrung zurückgreifen, die im Abo-Modell automatisch aktualisiert werden. Das sorgt für abmahnsichere Texte.

Handmade at Amazon– (noch) etwas versteckt

Auch das Urgestein des Onlinehandels bietet inzwischen einen eigenen Bereich für Handgemachtes – Handmade at Amazon. Obwohl diese Sparte bereits vor gut zwei Jahren an den Start ging, blieb der ganz große Erfolg bisher aus. Der Link ist wenig repräsentativ im Kategorien-Menü versteckt. Ob Amazon jetzt, nach dem Ende von dawanda, diesen Bereich durch Einblendungen, Popups, usw. verstärkt bewerben wird, bleibt abzuwarten. Die Handmade-Seite ist übersichtlich und die angebotenen Artikel kommen gut zur Geltung. Das Erstellen eines Nutzer-Accounts ist vorläufig noch kostenlos, die Verkaufsprovision beträgt dafür üppige 12%. Besonderheit dieser Seite: Für einen Shop bzw. Nutzer-Account musst du dich bewerben: mit deinen Artikeln und einer Dokumentation deines Handwerks. So will Amazon sicherstellen, dass die Handmade-Produkte auch wirklich Handmade sind.

Facebook – Gruppen fürs Verkaufen nutzen

Eine weitere Möglichkeit deine DIY-Produkte zu verkaufen, bieten die zahlreichen Facebook-Gruppen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Du zahlst keinerlei Gebühren, das Einstellen von Artikeln geht schnell von der Hand, der Kontakt zu den Interessenten ist eng und gibt dir die Möglichkeit eine echte Community mitzugestalten. Doch wo viel Licht ist, wird es manchmal auch etwas schattig. Die Gruppen sind eigentlich nicht für das Verkaufen von Dingen gemacht, folglich gibt es keine implementierten Zahlungsmöglichkeiten wie etwa Paypal, keinen Käuferschutz, keine verifizierten Accounts. Die Gruppen schaffen lediglich die Plattform, auf der sich Käufer und Verkäufer treffen können. Auf welchen Wegen die Ware bezahlt werden soll, wie sie verschickt wird und was bei Reklamationen passiert – alles musst du selbst mit dem Käufer klären. Darüber hinaus gehen einzelne Anzeigen in großen Gruppen sehr schnell in der Flut von neuen Angeboten unter. Für Händler, die ausgesuchte Einzelstücke verkaufen möchten, können kleine Gruppen eine Chance sein, sich eine Fancommunity aufzubauen. Wer viele Produkte verkaufen möchte, wird definitiv zu viel Arbeit mit der Verkaufsabwicklung haben.

Der eigene Shop – die eigene Webseite

Die auf lange Sicht wahrscheinlich günstigste, praktikabelste und individuellste Lösung ist allerdings dein eigener Shop auf deiner eigenen Webseite. Hier kannst du wirklich alles selbst bestimmen, vom Layout bis zu den Bezahl-Optionen. Eine Webseite solltest du sowieso haben, die ist in der heutigen Zeit unabdingbar. Wenn sie über einen Baukasten-Anbieter wie Jimdo, Wix oder Strato angelegt wurde: super. Mit wenigen Klicks kannst du ein Shop-Modul auf der Seite einbinden. Wenn die Seite mit WordPress oder Typo3 angelegt wurde und lediglich bei einem Anbieter gehostet wird, ist es etwas mehr Arbeit. Falls du es dir nicht selbst zutraust, kannst du auch eine Agentur oder einen Dienstleister beauftragen, einen Shop auf deiner Webseite zu implementieren. Das kostet zwar etwas, dafür sparst du dir jede Menge Arbeitszeit, die du in dein Business stecken kannst. Zusätzlich sparst du die bei den anderen Anbietern üblichen Verkaufsprovisionen und Anmeldegebühren. Trotzdem: So individuell ein eigener Shop auch sein mag, im Vergleich zu den Online-Marktplätzen fehlen dir die Besucherströme der Laufkundschaft. Menschen, die sich durch die Anbieter klicken, hier mal schauen und dort mal stöbern. Der Shop auf deiner Seite steht allein für sich. Wenn du allerdings bereits einen großen Kundenstamm und eine treue Community hast ist solch ein Shop sicherlich die seriöseste Variante, deine DIY-Artikel anzubieten.

Fazit:

Die Alternativen zu dawanda sind vielfältig und jede Alternative bringt ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich. Welches die beste Lösung für dein Business ist, hängt von vielen, individuellen Faktoren ab, etwa von der Größe deines Kundenstammes, in welche Regionen oder Länder du verkaufen möchtest oder wie stark du in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram engagiert bist. Egal, wie du dich entscheidest: Der Shop muss zu deinem Business und deinen Ambitionen passen.

2018-11-19T10:44:36+00:0013.11.2018|