Firma auf Remote – Externe Dienstleister für den Mittelstand

Sowohl für mittelständische Unternehmen als auch für Startups kann es sinnvoll sein, mit freiberuflichen bzw. selbstständigen Experten zusammenzuarbeiten. Insbesondere bei kreativen Dienstleistungen wie Grafik- und Texterstellung, Webseitenprogrammierung oder Fotoarbeiten springen häufig freie Mitarbeiter in die Bresche, denn längst nicht jedes Unternehmen hat einen solch großen Bedarf, um damit intern eine Stelle zu besetzen. Dank der globalisierten Welt mit schnellen Internetverbindungen werden Freelancer inzwischen weltweit gesucht. Und gefunden.

Während wir in unserem letzten Blogbeitrag das Auslagern von unangenehmen oder zeitaufwendigen Arbeiten wie Buchhaltung und Backoffice speziell für Gründer vorgestellt haben, soll es diesmal um das Outsourcing als selbstverständlichen Teil der Firmenphilosophie gehen. Denn das Abtreten von Aufgaben und Projekten muss nicht allein aus der Zeitnot heraus geschehen. Outsourcing bedeutet ebenso: hohe Flexibilität, ein modulares Unternehmenskonzept, volle Kostenkontrolle und das Bestreben mit den besten Köpfen am Markt zusammenzuarbeiten.

 

Outsourcing-Vorteile

Mittelständischen Unternehmen und Startups bietet das Outsourcing eine Reihe von Vorteilen:

1. Größtmögliche Flexibilität durch Outsourcing

Ein Unternehmen, das bestimmte Prozesse auslagert, kann schnell reagieren. Spontan ein Großauftrag mehr? Kein Problem. Flaute im Sommerloch? Auch kein Problem. Durch das Outsourcing erschließen sich Unternehmen zusätzliche Marktanteile, weil sie Aufträge annehmen können, die ohne externe Unterstützung „eine Nummer zu groß“ gewesen wären. Gleichzeitig vermeiden sie es, zu schnell zu wachsen und bei der nächsten Auftragsflaute Mitarbeiter entlassen zu müssen. Mit externer Unterstützung sind Unternehmen immer optimal auf die aktuelle Marktsituation eingestellt.

2. Volle Kostenkontrolle durch Outsourcing
Durch das Auslagern von Arbeitsprozessen hat der Unternehmer eine bessere Kostenkontrolle. Er zahlt genau für die Dienstleistungen, die er beauftragt hat. Nach Projektabschluss fallen keine weiteren Kosten an. Unrentable Ausfallzeiten durch Schulungen, Krankheit, Urlaub, Elternzeit entfallen. Lohnnebenkosten sowieso.

3. Baukasten-Philosophie
Outsourcing kann auch Teil einer Unternehmensphilosophie sein. Insbesondere Startups setzten zunehmend auf ein Lego-Prinzip. Das absolute Kerngeschäft wird von relativ wenigen festen Mitarbeitern geführt, alle weiteren, peripheren Prozesse werden nach Bedarf durch externe Mitarbeiter erledigt. Dadurch bleibt das Unternehmen schlank, agil und kann erfolgreicher in sich schnell verändernden Märkten agieren.

4. Mit den besten Fachkräften arbeiten
Durch die Zusammenarbeit mit externen Profis haben Unternehmen die Chance, mit den besten Köpfen am Markt zu arbeiten. Natürlich kann auch die Assistenz der Geschäftsführung Fotos von der Grundsteinlegung einer neuen Filiale machen, aber ein Profi-Fotograf wird wahrscheinlich bessere Bilder erstellen. Und natürlich kann die Marketingabteilung ein Unternehmensblog launchen und es mit Texten füllen. Eine professionelle Agentur für Webdesign wird jedoch zu deutlich besseren Ergebnissen kommen. Darüber hinaus optimieren sie Texte für das Suchmaschinenranking, kennen sich mit Google Adwords aus und vernetzen alles mit vorhandenen Social-Media-Accounts.

 

Risiken beim Outsourcing

Wenn Aufträge extern vergeben werden, kann es auch immer zu Problemen kommen. Folgende Punkte sollten Startups und Mittelständler im Hinterkopf behalten, damit sie erfolgreich mit externen Dienstleistern zusammenarbeiten:

1. Kein Lerneffekt durch Outsourcing
Eigentlich ist es offensichtlich, aber dieser Punkt kann nicht oft genug genannt werden. Outsourcing hilft an vielen Stellen und kann zu einer Unternehmensphilosophie werden. Doch durch das Auslagern bleibt ein Unternehmen dumm. Es entsteht kein Lerneffekt für das Unternehmen, Know-how wird nicht intern gesammelt und als Mehrwert genutzt. Das Expertenwissen bleibt außerhalb des Unternehmens.

2. Ziele werden unzureichend kommuniziert
Der Auftrag ist abgeschlossen, die externe Agentur stellt in einem großen Meeting die brandneue Webseite des Unternehmens vor und … erntet nur unzufriedene Gesichter. Das hatte sich der Chef anders vorgestellt. Informativer. Und mit mehr Detailinformationen. Irgendwie seriöser.
Um solche Enttäuschungen zu vermeiden, sollten im Vorfeld die Vorstellungen und Ziele möglichst detailliert ausformuliert und besprochen werden. Das ausführliche Briefing eines externen Dienstleisters muss immer die höchste Priorität haben, damit Umfang und Ziel des Auftrags sowie alle Vorstellungen und Ideen kommuniziert werden.

3. Falsche Partnerwahl
Durch Outsourcing sparen Unternehmen bares Geld, weil viele andere Kostenpositionen wegfallen. Aber Unternehmen sollten nicht am Outsourcing selbst sparen. Ein guter Freelancer ist Profi in seinem Business und entsprechend hoch wird sein Honorar sein. Wer jedoch versucht einen möglichst preiswerten Freien zu engagieren, muss auch seine Erwartungen hinsichtlich der Qualität nach unten schrauben. Insbesondere im Foto-, Grafik- und Textbereich heißt billig leider auch meistens: schlecht. Logisch, denn kein selbstständiger Fotograf kann mit einer Tagespauschale von 100 Euro seriös sein eigenes Business führen. Kein Grafikdesigner wird für 250 Euro ein hochwertiges, stimmiges Firmenlogo entwickeln können. Und kein Texter wird gut lesbaren „unique Content“ für Webseiten bei einem Wortpreis im unteren einstelligen Centbereich erstellen können. Qualität hat ihren Preis! Ganz besonders bei Freelancern.

 

Janz weit draußen – Outsourcing als Offsourcing

Über Freelancer-Portale wie freelancer.com, fiverr oder Twago können Unternehmen aus einem globalen Pool von externen Dienstleistern schöpfen. Und sie sollten auch keine Scheu davor haben, beispielsweise auf einen Webseitenprogrammierer zurückzugreifen, der in Thailand, Indien oder Südafrika ansässig ist. Das Internet hat aus der großen weiten Welt ein globales Dorf gemacht und viele – deutschsprachige – digitale Nomaden arbeiten ortsunabhängig. Da, wo es schön sonnig ist. Manchmal halt auch: janz weit draußen. Dank E-Mail, Skype und Projektmanagementtools ist eine kontinuierliche und bedarfsgerechte Kommunikation jedoch so gut wie immer gewährleistet. Also keine Scheu vor dem Social Media Experten, der vielleicht gerade auf Ko Pha-ngan am Strand sitzt. Er könnte die perfekte Wahl sein.

Arbeitsprozesse an Freelancer auszulagern kann für viele Unternehmen ein echter Mehrwert sein. Die Vorteile sind zahlreich, die Risiken überschaubar und der Pool an Fachkräften riesig. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen bietet sich so eine attraktive Entwicklungschance.

2018-10-01T15:48:52+00:0001.10.2018|