Klimakrise, vermüllte Weltmeere und ein verschwenderischer Umgang mit den vorhandenen Ressourcen auf diesem Planeten. So sieht leider immer noch die Realität aus. Doch Gott sei Dank wird immer mehr Menschen klar, dass ein Wandel stattfinden muss. Ein Wandel hin zu einem nachhaltigen Lebensstil, der alle Bereiche einschließt. Insbesondere beim Thema IT, Smartphones und Netzwerke gibt es diesbezüglich noch jede Menge Luft nach oben. „Green in der IT“ und „Green durch IT“ sind zwei Schlagworte, die wir heute einmal näher betrachten möchten.

 

Green IT

Wenn es um Nachhaltigkeit in der digitalen Welt geht, gibt es zwei verschiedene Hebel, an denen man ansetzen kann. Unter dem Stichwort „Green in der IT“ fasst man alle Maßnahmen zusammen, die dabei helfen, den kompletten Lebenszyklus eines digitalen Produktes nachhaltig zu gestalten. Beim Schlagwort „Green durch IT“ hingegen, geht es darum mit Hilfe von digitalen Systemen und Software-Einsatz  Arbeits- und Produktionsabläufe ressourcenschonender und umweltfreundlicher zu machen.

 

Green in der IT

Der Gedanke, im Elektronik- und EDV-Bereich Komponenten zu verarbeiten, die ressourcenschonend sind, ist gar nicht neu. Seit 1992 gibt es in den USA das Energy Star-Label, das besonders energiesparende Geräte auszeichnet. 2003 kam der Energy Star dann auch nach Deutschland und kennzeichnet  seitdem Computer, Monitore, Drucker und andere Peripheriegeräte, die stromsparend arbeiten.

Doch die digitale Welt bietet weitaus mehr Ansatzpunkte für Nachhaltigkeit, als nur den offensichtlichen Stromverbrauch der Endgeräte. Im Zuge der wachsenden Klimasensibilität rückt auch der Energieverbrauch der gesamten digitalen Infrastruktur in den Fokus. „Streaming ist das neue Fliegen“, titelte in Frühjahr 2019 die Neue Zürcher Zeitung und zeigte in dem Artikel, wie energieintensiv inzwischen unser Alltagsverhalten durch Onlineshopping, Netflix und riesige Cloudspeicher geworden ist. Auch die aufwendigen Rechenoperationen, die zur Herstellung von Kryptowährungen wie Bitcoin benötigt werden, sind enorme Energiefresser. Der Grund liegt auf der Hand: Immer größere Datenmengen werden durch das Netz geschickt. Dafür werden immer leistungsfähigere Serverfarmen benötigt. Die produzieren Wärme und müssen entsprechend gekühlt werden. Ein Green IT-Ansatz ist nun, die entstehende Abwärme zu nutzen und damit Wohnungen zu beheizen.

Auch was die Produktionsbedingungen angeht, die Gewinnung der Rohstoffe und die Recyclingfähigkeit, gibt es einige Ansätze in der digitalen Welt. Das Fairphone, ein modular aufgebautes Smartphone, hat es vor einiger Zeit zu einem beträchtlichen Medieninteresse gebracht. Auch wenn es weiterhin natürlich ein absolutes Nischenprodukt neben den Tech-Giganten Samsung, Apple und Huawei ist.

Für Startups und Mittelständler tun sich im Bereich „Green in der IT“ riesige Chancen auf, denn das Feld der nachhaltigen Digitalisierung ist bisher nur wenig beackert. Hier sind kreative Köpfe gefragt, die mit innovativen Ideen eine nachhaltigere Zukunft der digitalen Welt gestalten wollen und können. Vom Energieverbrauch beim Betrieb über Produktionsbedingungen bis hin zum Wertstoffrecycling am Ende des Lebenszyklus eines Gerätes, braucht es ressourcenschonende Lösungen. Und in Zeiten des Klimawandels bitte so schnell wie möglich.

 

Green durch IT

So energiefressend digitale Technologien auch sein mögen, sie helfen gleichzeitig dabei, Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu schützen. Jede E-Mail, die verschickt und die nicht vom Empfänger ausgedruckt wird – was leider immer noch viel zu häufig passiert – spart Papier. Jede Videokonferenz reduziert das Reisen und spart damit CO2 ein. Und Smart Home-Anwendungen, die beispielsweise die Heizung in den heimischen vier Wänden exakt nach den Bedürfnissen und Anwesenheitszeiten des Nutzers steuern, sparen Energieträger wie Strom oder Gas ein.

Doch auch in Handwerk, Industrie und Produktion spielt „Green durch IT“ eine große Rolle. So gibt es etwa für das holzverarbeitende Handwerk die Software MaxCut, die es dem Tischler ermöglicht, Zuschnitte von Plattenwerkstoffen wie MDF- oder Spanplatten zu optimieren und den Verschnitt möglichst gering zu halten. Ähnliche Programme finden sich auch in der industriellen Fertigung, nämlich überall dort, wo es darum geht Materialverluste zu minimieren.

Selbst in der Landwirtschaft kommt inzwischen digitale Technologie zum Einsatz. Computergestützt werden Felder bewässert sowie Dünge- und Pflanzenschutzmittel aufgebracht. Das optimiert den Einsatz von Ressourcen und sorgt dafür, dass umweltschädliche Stoffe wie Pestizide gezielt eingesetzt werden können.

Die grüne IT steckt zwar nicht mehr in den Kinderschuhen, hat aber noch reichlich Luft nach oben. Die rasante Geschwindigkeit, mit der sich die digitale Welt entwickelt, bringt ständig neue Herausforderungen und Probleme mit sich, die es zu lösen gilt. Egal ob es um Produktdesign, Software oder Energieeffizienz geht, in allen Bereichen benötigt der Markt Experten, die mit ihrem Know-how die digitale Welt Schritt für Schritt grüner machen.