Über viele Jahre hinweg galt im Online-Bereich der Newsletter als das Instrument schlechthin, um Interessierte und Kunden an das eigene Unternehmen zu binden. Im Vergleich zum klassischen Mailing per Post sparte der Absender Porto- und Materialkosten, war zeitlich flexibler und konnte viele kleine Neuigkeiten auf viele einzelne E-Mails verteilen. Schließlich kostete so ein Newsletter ja nichts. Ein fast perfektes Medium. Fast.

Empfänger von Newslettern sahen diese scheinbaren Vorteile nämlich etwas anders. Zu viele Mails von zu vielen Anbietern. Zu offensiv werbend und mit Infos, die nicht wirklich interessant waren. Das eigentlich tolle Dialogmedium wurde zum Nervtöter und zahlreiche User klickten den Unsubscribe-Button. Schade für die Unternehmen, denn Newsletter sind auch heute noch klasse. Und es ist wirklich kein Hexenwerk, Kunden mit einem guten Newsletter zu begeistern. Wir zeigen dir, worauf es ankommt.

1. Dein Newsletter muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler

Natürlich verfolgst du mit einem Newsletter ein Ziel: Kundenbindung, Neukundengewinnung und letztendlich: wirtschaftliches Wachstum. Aber auf dem Weg zu diesem Ziel musst du dich und dein Business zurücknehmen und deine Empfänger in den Mittelpunkt stellen. Nimm ihre Position ein und frage dich, was ein Newsletter beinhalten muss, damit er gern gelesen wird. Achtung Spoileralarm: Es sind nicht überdeutliche Werbebotschaften, ultimative Lobhudeleien aufs eigene Business, Betteleien um Käufe oder das Bashing von Mitbewerbern. Es sind Inhalte mit Mehrwert: Informationen, Unterhaltung, echte Neuigkeiten zu deinen Produkten oder Dienstleistungen, Tipps und Tricks oder kostenlose Services.

2. Plane deinen Newsletter ausführlich

Die technische Umsetzung eines Newsletters ist heutzutage kein großer Aufwand mehr, viele Webseitenbetreiber bieten dazu fertige Module und Plugins an. Mit wenigen Klicks implementierst du solch ein Modul und musst dir um Datenbanken, Authentifizierungen und Mailservereinstellungen keine großen Gedanken mehr machen. Investiere die eingesparte Zeit stattdessen in Konzeption, Inhalt und Themenpool, denn damit steht und fällt dein Newsletter. Mache dir im Vorfeld Gedanken, wie dein Newsletter aussehen soll, wie oft du ihn verschicken möchtest und wie viel Zeit du für die Erstellung zur Verfügung hast. Beginne Themen zu sammeln, die du behandeln möchtest, davon hat man nie genug in der Pipeline. Und stelle dir bei der Planung ruhig mehrfach die Frage, ob das da gerade wirklich deine potenziellen Leser interessieren könnte.

3. Gib deinem Newsletter eine Struktur

Menschen sind Gewohnheitstiere und sie freuen sich, wenn sie auf Bekanntes treffen. Strukturiere deinen Newsletter zum Beispiel durch immer wiederkehrende Rubriken und einen einheitlichen Aufbau. Das erhöht den Wiedererkennungswert. Und gibt dir auch eine gewisse Sicherheit. Denn wenn du beispielsweise immer die Rubriken: „Neuigkeiten (aus meinem Unternehmen)“, „Tipps und Tricks“, „Netzfunde“ und „Unterhaltung“ nutzt, ist die Gefahr einen Newsletter mit zu vielen Werbebotschaften zu verschicken ziemlich gering.

4. Sei persönlich, authentisch und aktuell

Kommuniziere mit deinen Lesern, als wären sie gute Freunde. Und das beginnt mit einer personalisierten Ansprache – auch dafür gibt es Tools. „Lieber Klaus-Dieter Schmidt“ ist einfach eine wertschätzendere Ansprache als „Lieber Newsletter-Empfänger“. Das schafft Nähe und Bindung. Sei mit deinem Wording im Newsletter authentisch und angemessen. Nutze die Sprache, die du auch in Kundengesprächen oder -mails verwenden würdest, versuche einfach zu kommunizieren, sei kein Fachidiot und auch nicht übertrieben distanziert-seriös. Wie locker und leger du kommunizieren kannst, hängt aber vor allen Dingen von der Branche ab, in der du dich bewegst. Als Versicherungsfachmann oder Steuerberater erwarten deine Leser natürlich etwas mehr Seriosität als wenn du kreativ in der DIY-Sparte unterwegs bist. Aber du bist der Experte für deine Zielgruppe und weißt wahrscheinlich am besten, was sprachlich geht – und was eben nicht. Was immer gehen sollte ist ein aktueller Bezug in deinem Newsletter. Schlage inhaltlich Brücken zu Sommerferien, Weihnachtszeit, Astro-Alex oder der Fußball-Weltmeisterschaft. Deine Leser interessiert es und du zeigst, dass da auch noch ein Leben jenseits deines Business vorhanden ist.

5. Achte auf Details

Oft sind es Kleinigkeiten, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Achte deshalb auf Details wie eine knackige, ansprechende Betreffzeile. „4. Newsletter, KW 16“ animiert den Empfänger jetzt vielleicht nicht unbedingt zum sofortigen Öffnen und Lesen. „Mein Ostergeschenk für dich“ oder „Mit diesem Newsletter überstehst du die Weihnachtsfeiertage“ machen schon deutlich mehr Lust. Dass dein Newsletter möglichst frei von Rechtschreibfehlern sein sollte, versteht sich natürlich von selbst.

6. Fasse dich kurz

Mit deinem Newsletter störst du den Alltag deiner Empfänger. Selbst wenn du hochwertigen, spannenden und interessanten Content bietest, stiehlst du deinen Lesern ein paar Minuten Lebenszeit. Aus Respekt solltest du dich deshalb möglichst kurz halten und dein Anliegen so formulieren, dass es in wenigen Minuten gelesen werden kann. Das solltest du auch aus Pragmatismus tun, denn niemand liest sich seitenlange Newsletter durch. Ehrlich nicht. Die Arbeit kannst du dir sparen.

7. Mach deinen Newsletter schön

Das Auge isst bekanntlich mit und ein gut gestalteter Newsletter liest sich besser als eine Bleiwüste. Nutze also genügend Bildmaterial – selbst geschossen oder von Stock-Anbietern. Aber vermeide diese gesichtslosen Kugelkopf-Männchen! Die braucht wirklich kein Mensch mehr. Gliedere deinen Newsletter mit Absätzen und Zwischenüberschriften in kleine überschaubare Häppchen. Mach es deinen Lesern so einfach wie möglich, die Inhalte des Newsletters schnell erfassen zu können.

8. Corporate Blog als Newsletter-Alternative

Falls du mit dem Konzept eines Newsletters partout nicht warm werden willst, weil es dir zu aufdringlich erscheint, wildfremde Menschen anzumailen, dann kannst du alternativ ein Corporate Blog aufsetzen. Wenn du es in deine Unternehmenswebseite einbindest, schlägst du gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Du kannst Neuigkeiten kurzfristig online stellen, du generierst Traffic auf deiner Webseite und durch die hoffentlich vielen inhaltlichen Updates, wird deine Seite auch für Suchmaschinen interessanter. Was du bei solch einem Blog beachten solltest, erfährst du in einem der kommenden Blogbeiträge.