Maximale Sicherheit mit der eigenen Cloud

Egal ob Dropbox, One Drive oder Google Drive – kaum ein Anwender kommt heutzutage ohne Cloudspeicher aus. Die Vorteile für den User liegen auf der Hand: Er kann von überall auf seine Daten zugreifen und mit ihnen arbeiten, ohne sie ständig auf einem riesigen Speichermedium bei sich zu haben. Außerdem ermöglichen Cloudspeicher den Zugriff und das Bearbeiten von Dokumenten, Tabellen oder Präsentationen durch mehrere User. Der größte Kritikpunkt ist nach wie vor die Sicherheit, denn die Daten liegen auf externen Servern der großen Anbieter. Und was die damit machen, kann niemand ganz genau sagen. Abhilfe schafft die eigene, ganz persönliche Cloud. Ein Nerd muss man dafür nicht sein – nicht mehr…

 

Das Prinzip der Cloud

Die eigene Cloud ist – einfach ausgedrückt – nichts weiter als ein Rechner mit einem Datenspeicher, der mit dem Internet verbunden ist. Wer jetzt an deckenhohe Serverschränke denkt, liegt falsch: Bereits eine SD-Speicherkarte in Kombination mit dem Einplatinencomputer Raspberry Pi, der kaum größer als eine Zigarettenschachtel ist, kann als Cloudspeicher genutzt werden. Sicher, um so ein System aufzubauen und zu konfigurieren, braucht es einige IT-Kenntnisse, aber mit ein paar Anleitungen im Netz bleibt dies kein Hexenwerk. Läuft der eigene Cloudspeicher schließlich, kann man nicht nur stolz auf sich sein, man hat auch einiges an Geld gespart: Die Kosten für solch eine Cloud-Lösung belaufen sich auf unter 100 Euro. Ein Raspberry Pi-System ist somit die günstigste Variante, um einen eigenen Cloudspeicher ans Laufen zu bekommen.

Die komfortablere Lösung um die eigene Cloud ins Netz zu bringen, sind vorkonfigurierte Fertigsysteme. Diese Systeme sind bereits mit Betriebssystem und der nötigen Software ausgestattet, sodass die Einrichtung auch für Laien machbar ist. Viele dieser Fertigsysteme arbeiten als NAS-System (Network Attached Storage), sie können also auch in einem Heimnetzwerk als Multimedia-Server dienen oder automatisierte Backups erstellen. Die Preise solcher Fertiglösungen beginnen bei rund 100 Euro für sehr einfache Systeme. Gute Einsteigervarianten liegen bei etwa 300 Euro.

Wie die unterschiedlichen System aufgesetzt und so konfiguriert werden, dass der Zugriff aus dem Netz ortsunabhängig möglich ist, erklären wir an dieser Stelle nicht, dafür gibt es zahlreiche Seiten und Foren im Netz, die für so gut wie jedes Problem die entsprechende Lösung parat haben. Wer sich intensiver mit der Technik hinter der eigenen Cloud auseinandersetzen möchte, findet auf der Seite https://eigene-cloud-einrichten.de einen umfangreichen Einstieg in die Welt des persönlichen Cloud-Computings.

 

Vorteile der eigenen Cloud

Der größte Vorteil der eigenen Cloud ist offensichtlich: Die persönlichen Daten des Nutzers liegen auf einem System des Nutzers. Wenn er sein System entsprechend sichert, sind die Daten vor fremdem Zugriff geschützt. Gleichzeitig macht man sich als Betreiber seiner eigenen Cloud nicht von einem großen Anbieter abhängig und behält die volle Kontrolle über die eigenen Daten. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, dass Google oder Microsoft ihre Cloud-Dienste komplett einstellen werden, aber die Nutzungsbedingungen wurden im Laufe der Jahre immer wieder angepasst. Mit dem eigenen Cloud-System bleibt man autonom. Nicht zuletzt kann man mit einer persönlichen Cloud auch bares Geld sparen. Insbesondere das Speichern großer Datenmengen lassen sich die verschiedenen Anbieter gut bezahlen. Das Speichern von einem Terrabyte Daten kostet bei Dropbox etwa 100 Euro pro Jahr. Bei Google Drive zahlt der Anwender für die gleiche Datenmenge rund 120 Euro. Und für Datenmengen bis zu 10 Terrabyte werden schnell 100 Euro pro Monat fällig. Mit der eigenen Cloud entfallen diese laufenden Kosten und die Anfangsinvestition in die Hardware hat sich schnell amortisiert.

 

Nachteile der eigenen Cloud

Eine eigene Cloud zu betreiben hat allerdings auch einige Nachteile, die es zu erwähnen gilt. Up- und Downloadgeschwindigkeiten sind beispielsweise von den Internetanbindungen vor Ort abhängig. Wenn ein Netzbetreiber die Geschwindigkeiten drosselt oder – etwa in ländlichen Gebieten – die Infrastruktur den Datentransfer begrenzt, dann wird das Arbeiten mit der Privatcloud zur Geduldsprobe. Darüber hinaus bedarf die eigene Cloud einer gewissen Verantwortung. Software muss auf dem aktuellen Stand gehalten werden, Sicherheitslücken müssen geschlossen werden, regelmäßige Backups müssen erstellt werden. Ein Interesse für die Materie sollte beim Nutzer also vorhanden sein. Auch der Standort selbst muss gut gewählt werden: Insbesondere bei sensiblen Daten sollte der Server sowohl gegen Diebstahl als auch gegen Beschädigung durch Hochwasser, Feuer usw. geschützt sein. Nicht zuletzt sind die Stromkosten zu berücksichtigen, die solch ein System, das rund um die Uhr läuft, verursacht.

 

Fazit

Die eigenen Cloud kann eine echte Alternative zu großen Anbietern wie Dropbox, Google oder Microsoft sein. Insbesondere bei großen Datenmengen kann so bares Geld gespart werden. Nutzer sollten allerdings ein gewisses Verständnis für Computer und Netzwerke mitbringen sowie die Bereitschaft, sich laufend um solch ein System zu kümmern. Dafür sind die in der eigenen Cloud gespeicherten Daten dann auch wirklich vor unbefugtem Zugriff geschützt.

2018-12-06T22:07:12+00:0004.12.2018|