Egal ob Startup oder gestandener Mittelständler: Networking ist wichtig, denn Aufträge, Kooperationen, neue Mitarbeiter – all das findet sich häufig in deinem Netzwerk. Aber gleichzeitig kostet das Netzwerken auch Zeit und insbesondere in der Gründungsphase haben Unternehmer meist andere Dinge im Kopf: wichtigere Dinge, Dinge, die asap erledig werden müssen, Dinge, die Geld bringen. Trotzdem solltest du ein wenig Zeit ins Networking investieren. Es lohnt sich.

Die Online-Business-Netzwerke haben wir hier im Blog schon einmal ausführlich vorgestellt, weswegen es heute ausschließlich um das Netzwerken im echten Leben gehen soll. Das ist nicht jedermanns Sache – gerade introvertierte Menschen fühlen sich mit Smalltalk und Kennenlernen schnell überfordert. Aber wer Businesskontakte knüpfen möchte, kommt um das leichte Plaudern mit wildfremden Menschen, um das Händeschütteln und ums Austauschen von Visitenkarten nicht herum.

Wie viel Zeit solltest du fürs Networking investieren?

Auf diese Frage gibt es ungefähr ebenso viele Antworten, wie es Fußball-Bundestrainer gibt: gefühlt 100.000. Die Ratschläge reichen dabei von der sehr starren, strengen (und zeitintensiven) Empfehlung, niemals eine Mittagspause allein zu verbringen, bis hin zu einer eher entspannten Frequenz von einem Networking-Event im Monat. Letztendlich muss jeder für sich selbst eine individuell passende Lösung finden. Eine Lösung, unter der das Tagesgeschäft nicht leidet, die ein effizientes Netzwerken ermöglicht und bei der der Spaßfaktor nicht zu kurz kommt. Denn Networking mit Spaß ist das bessere Networking.

Networking – mehr als Unternehmerstammtisch und Barcamp

Natürlich gibt es die ganz klassischen Events, auf denen du Businesskontakte knüpfen kannst: Messen und Unternehmerstammtische. Wenn du es etwas lockerer und moderner haben möchtest, sind wahrscheinlich Barcamps oder Veranstaltungen wie unser Digitaler Dienstag eher deine Welt. In der lockeren Atmosphäre kommt man schnell ins Gespräch und insbesondere Barcamps, bei denen die Teilnehmer zu Referenten werden, schaffen jede Menge Raum für Kommunikation. Aber im Prinzip kannst du immer und überall netzwerken. Bei Alumini-Treffen, Veranstaltungen von Charity-Organisationen wie den Lions oder Rotariern, in (Stadt-)Marketingvereinen, ja selbst im Sportverein oder bei der Freiwilligen Feuerwehr kannst du gute, tragfähige und inspirierende Kontakte knüpfen. Schließlich gibt es dieses Sprichwort, dass man sich immer zweimal im Leben trifft und vielleicht ist der Sportkollege, der heute in der Tennishalle den Timeslot vor dir hat, morgen ein neuer Mitarbeiter in deinem Unternehmen. Oder ein neuer Auftraggeber. Oder der lang gesuchte zuverlässige Zulieferer. Bleibe also immer offen für neue Kontakte. Das bereichert dein Business und deine Persönlichkeit.

Wie verhalte ich mich auf einem Networking-Event?

Wenn du nicht gerade einer der ganz wenigen Menschen bist, die vollkommen natürlich und authentisch und zu jeder Gelegenheit andere von sich begeistern können, dann solltest du dich auf ein Netzwerktreffen vorbereiten. Vielleicht sogar ein wenig vor dem Spiegel trainieren. Das hört sich zwar verrückt an, doch jeder seriöse Businesscoach wird dir bestätigen, dass du deine Körpersprache und -haltung, Ausstrahlung und Gestik so gestalten kannst, dass du als sympathischer, offener Gesprächspartner wahrgenommen wirst. Ein Gesprächspartner, mit dem man sich wirklich gerne unterhält. Suche und halte den Blickkontakt auf solchen Veranstaltungen, lächle dein Gegenüber an, spiegele die Körpersprache deines Gesprächspartners. Das wirkt sympathisch und erleichtert den Einstieg in die gute alte, unverbindliche Plauderei – den Smalltalk.

Smalltalk ganz einfach

Über den Smalltalk wurde schon ganze Bücherregale voll Literatur geschrieben, dabei gibt es eigentlich nur wenige Punkte, die du beachten solltest. Sprich nicht über Politik, nicht über Religion und nicht über dein Einkommen. Sei kein Besserwisser, der seinen Gesprächspartner korrigiert oder belehrt. Lästere nicht über andere Personen – du weißt nie, wen dein Gegenüber so alles kennt. Trage keine Gerüchte in die Welt. Und sei nicht zu persönlich – deine Scheidung hat auf solch einem Event ebenso wenig etwas verloren, wie deine sterbende Schwiegermutter. Gute Themen für einen Business-Talk sind stattdessen Sport, Urlaubsziele, das Wetter, Kinofilme oder Bücher.

Tipps und Tricks beim Netzwerken

Wenn du auf einem Netzwerktreffen interessante Persönlichkeiten kennenlernen möchtest, solltest du rechtzeitig vor Ort sein. Sei nicht nur pünktlich, sei überpünktlich. Wenn du erst kommst, wenn alle anderen sich bereits gut und intensiv unterhalten, kann es bereits zu spät sein.

Trainiere deinen Elevator Pitch! Immer wieder! Sei einfach immer und überall in der Lage dein Business in 30 Sekunden einem anderen Menschen begeisternd und präzise zu vermitteln.

Habe immer ausreichend Visitenkarten dabei – lieber einen ganzen Stapel wieder mit auf den Heimweg nehmen, als nach einem guten Gespräch mit leeren Händen dazustehen.

Bei den Visitenkarten, die du bekommst, kannst du den Hosentaschentrick anwenden: In die rechte Hosentasche kommen die Kontakte, an denen du interessiert bist, in die linke wandern all die uninteressanten Kontakte.

Notiere dir zeitnah ein paar Stichworte zu deinen Gesprächspartnern auf die jeweiligen Visitenkarten. So fällt dir eine spätere Kontaktaufnahme leichter, weil du die Person präsenter vor Augen hast.

Wenn du ein tolles Gespräch hattest und Visitenkarten ausgetauscht wurden, melde dich kurzfristig innerhalb von maximal drei Tagen per Mail oder telefonisch bei deinem Gesprächspartner. Bedanke dich für den netten Abend, verabrede ein Treffen und mache Nägel mit Köpfen.

Und der wichtigste Tipp ganz am Ende, damit du ihn nicht vergisst: Habe immer den Spruch „Geben ist seliger denn Nehmen“ im Hinterkopf. Networking ist keine Einbahnstraße. Halte dich an die 70/20/10-Regel: Nutze 70% deiner Networking-Aktivitäten, um anderen zu helfen. Investiere 20% deiner Kraft in das Intensivieren von Kontakten und investiere nur 10% deiner Zeit und Power darin, von anderen etwas zu bekommen. Das schafft Vertrauen und du wirst für andere Menschen zu einem guten, verlässlichen Netzwerkpartner.