Smart Home – Alltagshilfe und Wachstumsmarkt

Smart Home, also beispielsweise die Vernetzung von Haushaltsgeräten, technischer Gebäudeausrüstung oder Unterhaltungselektronik mit dem Internet, ist zwar nicht der allerneueste Trend der Digitalisierung, trotzdem stehen wir erst ganz am Anfang dieser Entwicklung. Eine Entwicklung, die unser Leben grundlegend verändern wird und die ein enormes Potenzial für Dienstleister, Handwerker und Mittelständler bietet.

 

Smart Home – viel mehr als nur Bequemlichkeit

Auch wenn man beim Begriff „Smart Home“ in erster Linie an Bequemlichkeit und Assistenten wie Alexa denkt, die auf Zuruf die Musik wechseln, das Licht löschen oder eine Bestellung im Netz tätigen, hat das Konzept Smart Home einen deutlich breiteren Anwendungsbereich. Der reicht vom optimalen Energieverbrauch in Heizungsanlagen über die Verlagerung des Stromverbrauchs auf Zeiten mit geringer Netzauslastung, die elementarer Bestandteil der Energiewende ist, bis hin zur seniorengerechten Aufwertung von Wohnraum – etwa durch Notfall-, Diagnose- oder Gesundheits-Überwachungssysteme.

 

Demografischer Wandel sorgt für Smart Homes

Ein echter Wachstumsmotor für Smart-Home-Anwendungen werden in Zukunft jedoch nicht in erster Linie die technikverliebten Early Adopter und Nerds sein, sondern vor allen Dingen alte und pflegebedürftige Personen. Durch den demografischen Wandel steigt die durchschnittliche Lebenserwartung unserer Gesellschaft und es besteht sowohl der Wunsch als auch die Notwendigkeit möglichst lange ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden führen zu können. Das führt zu einem immensen Bedarf an Smart-Home-Anwendungen, die das Leben von alten und pflegebedürftigen Senioren erleichtern und die Arbeit von Pflegediensten und Ärzten unterstützen.

 

Smart Homes auch in Bestandsimmobilien

Der Markt ist nicht nur auf den Neubaubereich beschränkt. Bereits vor drei Jahren bezifferte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ein Potential von rund zehn Millionen Haushalten, die Interesse an der Installation smarter Technologie haben. Dazu kommen große Wohnungsunternehmen, die ihre Bestandsimmobilien durch die Nachrüstung von Smart-Home-Anwendungen aufwerten und somit attraktiver gestalten können. Alles in allem ein riesiger Markt, der sich auftut: für Handwerker, für Service-Dienstleister, für App-Entwickler und für Start-ups, die mit neuen Anwendungen und Diensten auf diesem Markt Fuß fassen wollen.

 

Smart Home als Lifestyle-Faktor

Neben dem demografischen Wandel ist es vor allen Dingen ein anderer gesellschaftlicher Trend, der die Nachfrage nach Smart Home-Konzepten auch zukünftig ankurbeln wird: Das Bedürfnis nach Rückkehr in das eigene Zuhause. Insbesondere die gut ausgebildete, mittlere Altersschicht, die beruflich viel unterwegs ist, entdeckt die eigenen vier Wände als Rückzugsraum wieder. „Cocooning“ nennen es die einen leicht abwertend, „Home Lifestyle“ die anderen, und wieder andere nutzen den Begriff „Hygge“. Aber alle Ausdrücke zielen in eine ähnliche Richtung: Die Aufwertung der Wohnung durch schöne und gemütliche Möbel, das Öffnen der Wohnung für Freunde und Bekannte sowie ein gewisser Komfort, der das Leben angenehmer macht. Smart-Home-Anwendungen sind in diesem Zusammenhang ein wichtiger Baustein Dies gilt für die automatische Bestellung von Verbrauchsprodukten durch Amazons Dash-Buttons, die optimale Vernetzung sämtlicher Multimedia-Geräte im Haushalt oder die bequeme Steuerung der Heizungstemperatur per Smartphone-App. Auch hier haben Start-ups eine große Anzahl an Möglichkeiten, die perfekte Nische für ihre Dienstleistungen oder Produkte zu finden.

Smart Home wird uns in den nächsten Jahren noch viele, überraschende und innovative Konzepte bescheren, denn die Zukunft des Wohnens beginnt gerade erst.

2018-10-18T17:28:27+00:0018.07.2018|