Jeder Gründer träumt davon, dass sein Unternehmen es schafft. Dass es groß wird. Mit vielen spannenden Projekten, einer Masse an Kunden und reihenweise motivierten Mitarbeitern, die für ihren Job brennen. Dieses Streben nach mehr ist der Motor für den Erfolg deines Unternehmens. Dieses Streben bringt Innovationen und technischen Fortschritt hervor. Aber wenn ein Start-up nach erfolgreicher Gründungsphase zu wachsen beginnt, kommt es immer wieder zu Problemen, die so gar nicht vorgesehen waren. Wir wollen dir heute ein paar Tipps geben, wie du mit diesen Wachstumsschmerzen besser umgehen kannst.

 

1. Definiere deine Ziele und mache sie S.M.A.R.T.

Wenn du mit deinem Unternehmen wachsen willst, solltest du dir klare Ziele setzen. Ziele, bei denen du schnell und leicht abchecken kannst, ob du sie erreicht hast. Dabei hilft dir, wie so oft, ein Begriff aus dem Projektmanagement. Mache deine Ziele S.M.A.R.T. Dieser Ausdruck steht für die Begriffe
Spezifisch
Messbar
Attraktiv
Realistisch
Terminiert
Das bedeutet, dass du dir deine Ziele möglichst präzise und realistisch setzen musst. „Umsatzverdoppelung“ ist beispielweise kein smartes Ziel. Aber „Die Steigerung des Umsatzes um 5% in den kommenden 12 Monaten, damit eine weitere Investition getätigt werden kann“, ist spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Dieses SMART-Schema mag vielleicht etwas verschult und naiv daherkommen, aber insbesondere in Wachstumsphasen deines Unternehmens geht es schnell drunter und drüber. Da ist es wichtig, den Überblick zu behalten und durch solche Formeln die Struktur nicht zu verlieren.

 

2. Den Rollenwechsel annehmen

Die Phase vom Start-up, egal ob als Einzelunternehmer oder in einem kleinen Team, hin zu einem größeren Unternehmen, bringt auch große Veränderungen für dich als Unternehmer mit sich. Deine Rolle ändert sich. Du bist nicht mehr der Einzelkämpfer und Allrounder, bist nicht mehr für alles allein verantwortlich. Jetzt ist es an der Zeit neben deiner Gründerpersönlichkeit auch Qualitäten als Führungskraft zu entwickeln. Denn mit deinem Unternehmen wächst auch deine Personalverantwortung und auf einmal sind ganz andere Fähigkeiten gefragt, als das Mädchen für alles zu sein, dass bis in die Nacht hinein Angebote schreibt, Prototypen entwickelt oder sich um den Vertrieb kümmert. Du musst also lernen, Zuständigkeiten zu klären und Arbeit abzugeben. Du musst Vertrauen zu deinen Mitarbeitern aufbauen und ihnen Freiräume geben. Nichts wirkt demotivierender als ein Chef, der jedem Mitarbeiter über die Schulter guckt und jeden einzelnen Arbeitsschritt absegnen will. Gib also ab, auch wenn es dir anfangs schwer fallen mag. Das schafft Zeit für das Wesentliche und wird dich spürbar entlasten.

Darüber hinaus solltest du als Führungskraft nicht den Kontakt zu deinen Mitarbeitern verlieren. Bleibe im Gespräch, frage nach Problemen, höre zu. Viele herausragende Führungskräfte haben es sich beispielsweise zur Angewohnheit gemacht, ihre Mittagspause mit jeweils einem Mitarbeiter zu verbringen. Egal, ob Lagerist, Vertriebler, Projektmanager oder Bürokraft. So bleibst du ganz nah an der Stimmung in deinem Unternehmen.

Fordere auch selbst immer wieder ein Feedback ein und ermutige deine Mitarbeiter, ehrlich dabei zu sein. Höre zu, analysiere und versuche Veränderungen einzuleiten, wo immer ein Schuh drückt. Nicht zuletzt musst du als Führungspersönlichkeit auch ein guter Schiedsrichter und Trainer sein. Sind die Teams passend zusammengestellt, kann jeder Mitarbeiter an seinem Platz sein Potenzial optimal entfalten? Gibt es Persönlichkeiten, die zusammen nicht so gut agieren? Ja, der Weg vom Gründer zur Führungskraft mit Mitarbeiterverantwortung ist nicht immer leicht.

 

3. Agil bleiben

Die Gründungsphase ist ebenso anstrengend wie aufregend und spannend. Schnelle Entscheidungen, kurzfristige Kurskorrekturen und neue Pläne, die lange nach Feierabend auf Bierdeckeln fixiert werden. Je stärker dein Unternehmen wächst, desto größer ist die Gefahr, dass aus dem wendigen Schnellboot ein träger Supertanker wird. Versuche, einen Teil dieser Agilität auch in Wachstumsphasen beizubehalten. Schaffe Strukturen, die schnelle Entscheidungen ermöglichen. Bleibe selbst offen für neue Entwicklungen, die Mitbewerber und den Markt. Lerne schnell aus Fehlern und lass deinen Mitarbeitern so viel Freiheiten wie möglich. Das fördert die Kreativität und schafft eine wertschätzende Arbeitsatmosphäre.

 

4. Geduld und langer Atem

Unser letzter Tipp ist vielleicht der wichtigste: Sei geduldig! Lass dich nicht von anderen Start-ups verunsichern, die in kürzester Zeit ein riesiges Wachstum hinlegen. Jedes Unternehmen tickt anders, jeder Markt ist anders und gute Geschäftsmodell setzen sich immer durch. Vielleicht mag es dir helfen, dass selbst der Internet-Gigant Amazon ganze sieben Jahre benötigte, um die erste positive Bilanz ziehen zu können. Das war Anfang 2002. Gegründet wurde Amazon aber schon 1994. Und wo steht das Unternehmen heute? Du hast also noch viel Luft nach oben. Sei geduldig, gönne dir Pausen und achte auch auf dich als Person. Denn du bist das wichtigste Kapital deines Unternehmens.