Was bringt die Zukunft

Ein Versuch die Zukunft des Internet und der Digitalisierung zu beschreiben, ist immer ein wenig gewagt und die Wahrscheinlichkeit, dass es anders kommt als erwartet, ist groß. Wer hätte im Sommer 2007, als das erste iPhone vorgestellt wurde, schon gedacht, dass nur zehn Jahre später rund zwei Drittel der deutschen Bevölkerung ein Smartphone nutzen würde? Wer hätte sich vor zehn Jahren Netflix vorstellen können? Oder smarte Fernseher? Oder die systematischen Datenauswertungen von Nutzerprofilen für politische Wahlkämpfe durch Cambridge Analytics? Das Netz überrascht immer wieder – positiv wie negativ.

Wir möchten einen kleinen Blick in die Zukunft werfen und schauen, wie wir zukünftig leben, arbeiten und uns durchs Netz bewegen werden: als Privatpersonen, als Unternehmer, als Mitarbeiter und Freiberufler.

Datenschutz

Nicht erst seit dem Cambridge Analytics-Skandal steht der Schutz von persönlichen Daten auf der Agenda ganz oben. Doch Gesetze wie die gerade in Kraft getretene DSGVO versuchen lediglich die Symptome des Gebrauchs von personenbezogenen Daten zu kontrollieren. In Zukunft werden Nutzer ihre persönlichen Daten und Files in virtuellen Containern speichern können und selbst entscheiden, wer auf diese Daten zugreifen kann. Dezentrale Clouds, die auf der Blockchain-Technologie basieren und mit Standardverschlüsselung arbeiten, bieten den Nutzern Schutz für ihre ausgelagerten Daten. Und Peer-to-peer-Netzwerke wie das InterPlanetary File System bilden eine Alternative zum klassischen HTTP: unabschaltbar und schnell.

Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz wird zukünftig eine große Rolle spielen. Geräte, Software und Dienste werden lernfähig und können sich zunehmend besser auf den jeweiligen Nutzer einstellen. Die bereits jetzt vorhandenen Chat-Bots agieren „menschlicher“ als bisher und übernehmen immer komplexere Routine- und Serviceaufgaben. Selbst das menschliche Sprach- und Klangbild wird von Maschinen perfekt nachgeahmt – so gut, dass diskutiert werden muss, ob sich Programme als ein Programm zu erkennen geben müssen.

Internet of Things (IoT)

Zukünftig sind die meisten elektronischen Geräte mit dem Internet verbunden. Sie sind per App steuerbar und übernehmen auf Wunsch eigenständig Kontroll- und Wartungsarbeiten. Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Waschmaschine oder Drucker ordern selbstständig Verbrauchsmaterialien oder Lebensmittel, diagnostizieren Systemfehler und bestellen den passenden Servicetechniker. Der Autoverkehr läuft autonom. Geschwindigkeit, Fahrstil und Fahrtroute werden so gewählt, dass Staus der Vergangenheit angehören. Ampelschaltungen passen sich in Echtzeit dem Verkehrsaufkommen an. Im Medizinbereich arbeiten Roboter präziser und schneller als Ärzte und sorgen für eine optimale Auslastung von Operationssälen. Diagnosebrillen haben Zugriff auf riesige Datenbanken und stellen Ärzten relevante Informationen zur Verfügung. Mikroroboter befreien verstopfte Blutgefäße ohne belastende operative Eingriffe.

Virtual Reality VR

VR-Brillen werden ein vollkommen neues Verkaufserlebnis bieten. Der Gang durch das noch in der Planung befindliche Eigenheim wird normal. Die Auswahl der richtigen Tapete, von Möbelstücken oder Bodenbelägen wird durch VR-Brillen einfach und kundenfreundlich. Selbst das Anprobieren von Kleidungsstücken aus Onlineshops kann mit der Virtual Reality-Technik bequem im eigenen Wohnzimmer erfolgen. An Universitäten tauchen Studierende im wahrsten Sinne des Wortes in den Lehrstoff ein, gehen durch das antike Troja, reisen durch die Blutbahn des menschlichen Körpers oder bauen eine virtuelle Hängebrücke und planen deren Statik. Im Alltag stellen Datenbrillen dem Nutzer zusätzliche Informationen zu seiner Umgebung zur Verfügung – das können Straßennamen, sein oder Informationen zu Produkten, Gebäuden und Personen.

Infrastruktur

Das Land ist flächendeckend mit einem Glasfasernetz versorgt, das bis in die Wohnung reicht. Die Datenübertragung pro Sekunde liegt dabei im Gigabit-Bereich. Beim mobilen Internet hat sich der 5G-Standard durchgesetzt, der die Datenübertragung des LTE-Netzes um das Hundertfache übersteigt. Das ist nötig, damit die autonom und vernetzt fahrenden Autos ausfallsicher und schnell miteinander kommunizieren können.

Arbeit

Wo es geht, wird die Arbeit zukünftig ortsunabhängig stattfinden. Der Laptop wird zum mobilen Büro. Anwendungen werden aus der Cloud geladen und sind stets auf dem aktuellsten Sicherheitsstand. In Echtzeit arbeiten Kollegen an verschiedenen Orten gleichzeitig an Dokumenten oder Präsentationen. Der Austausch findet über integrierte Messengerdienste oder Videokonferenzen statt. Durch HD-Auflösungen lassen sich so selbst detaillierte Arbeiten am Bildschirm verfolgen.

Dies waren einige Überlegungen zur Zukunft. Was sie ganz genau bringen wird, wissen wir auch nicht. Aber sicher ist: Es bleibt spannend!

2018-10-18T17:29:49+00:0027.06.2018|