Web 4.0 – Next level shit (Teil 2)

In unserem letzten Blogbeitrag haben wir die Evolution des Web vorgestellt und uns ausgemalt, wie es in den kommenden Jahren unser Leben – wieder einmal – komplett verändern wird. In diesem Beitrag gehen wir nun etwas näher auf mögliche Anwendungen für Unternehmer und Privatpersonen ein und zeigen, was im Web 4.0 alles möglich sein wird, bzw. jetzt schon möglich ist.

Erdbebenanalyse durch Smartphones – Japan

Am Beispiel einer Smartphone-App in Japan lässt sich anschaulich die Funktionsweise und der Nutzen von Web 4.0-Anwendungen aufzeigen. Die App MyShake ist kostenlos für Android erhältlich, sammelt über die Beschleunigungs- und GPS-Sensoren von Handys relevante Daten und sendet diese an einen Server. Die zahlreichen mobilen Endgeräte legen sich wie ein Netz über das Land. Falls es nun zu einem Erdbeben kommt, liefern sie umfangreiche Daten, aus denen das Zentrum des Erdbebens und dessen Stärke abgeleitet werden kann.

Damit die App einen echten Erdstoß von anderen Erschütterungen – wenn etwa das Gerät zu Boden fällt oder beim Sport getragen wird – unterscheiden kann, programmierten die MyShake-Entwickler einen Algorithmus, der mit über 90%iger Sicherheit die Daten richtig einordnet. Doch die Nutzer sind nicht nur reine Datenlieferanten, sie haben auch einen echten Mehrwert. Im Ernstfall warnt die App in Sekundenschnelle die Nutzer, sodass sie sich direkt in Sicherheit bringen können und wertvolle Zeit sparen.

Vermischung von virtueller und realer Welt – Deutschland

Als vor zwei Jahren das Location-based game Pokémon Go in Deutschland veröffentlicht wurde, entwickelte sich in kürzester Zeit ein riesiger Hype. Überall sah man in den Straßen Menschen, die auf das Display ihres Smartphones oder Tablets starrten. Immer auf der Suche nach Pokémons, unzähligen virtuellen Fantasiewesen, die seit Mitte der 1990er Jahre in Form von Kartenspielen, Comics und Fernsehserien erhältlich waren. Pokémon Go ging einen Schritt weiter und ließ die Figuren scheinbar in der echten Welt erscheinen. Mit Hilfe von GPS und Echtzeitlokalisierung werden die Standortdaten des Spielers in eine Karte auf dem Display übertragen, ähnlich wie bei einem handelsüblichen Navigationsgerät. Wahrzeichen und Landmarken werden ebenfalls abgebildet, es entsteht eine virtuelle Spielwelt, die die echte Welt recht genau abbildet.

Per Zufallsgenerator erscheinen in dieser Spielwelt nun Pokémon, die vom Spieler per Wisch über den Touchscreen eingefangen werden können. Dabei beeinflussen Faktoren der „echten“ materiellen Welt das Geschehen in der virtuellen Spielwelt. So finden sich an Gewässern andere Pokémon-Arten als in der Stadt, manche sind nur in der Nacht zu fangen und selbst das lokale Wetter beeinflusst die Häufigkeit des Auftretens verschiedener Pokémon-Wesen. Klingt irre? Ist es auch. Pokémon Go setzte neue Maßstäbe in der spielerischen Verschmelzung von virtueller und echter Welt. Und ein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern. Noch in diesem Jahr soll mit „Harry Potter – Wizards Unite“ ein weiteres Augmented-Reality-Spiel erscheinen, das die Zauberwelt der Harry-Potter-Romane in die echte Welt übertragen wird. Da wird die Fußgängerzone zur Winkelgasse.

Neue Chancen für den Tourismus – Österreich

Kaum eine Branche hat die Möglichkeiten des Web 4.0 so schnell erkannt wie die Touristik. Das liegt vor allen Dingen daran, dass man seit vielen Jahren von der Digitalisierung profitiert. Hotelzimmer und Flüge werden online gebucht, Preisvergleichsportale gecheckt und Gästebewertungen verglichen. In Österreich, einem Land, das sehr stark vom Tourismus profitiert, ist man sich der Chancen, die das Web 4.0 bietet bewusst. Bereits heute bietet man entsprechende Services, wie mobiles Buchen von Hotelzimmern, eine App, in der verschiedene Mobilitätsangebote von ÖPNV bis zu Carsharing zusammengefasst werden oder virtuelle Stadtführer, die mit Augmented Reality arbeiten, an.

Generell zeigt sich, dass unser Nachbarland das Thema Web 4.0 sehr genau auf dem Schirm hat. So genau, dass selbst Sparkassen ihren Kunden aus dem Mittelstand Infos zu den Chancen der Digitalisierung im Hotel- und Gaststättengewerbe zur Verfügung stellt.

Das Web 4.0 steht also nicht mehr vor der Tür: die nächste Evolutionsstufe der Wertschöpfung hat Gesellschaft und Wirtschaft bereits erreicht.

2018-10-18T17:24:14+00:0017.09.2018|