Web 4.0 – Next level shit

Das Netz hat sich in den vergangenen 20 Jahren verändert und mehrere Evolutionsstadien durchlaufen: Vom Web 1.0 mit seinen klassisch-statischen Webseiten zum Web 2.0, in dem auf einmal jeder Nutzer zum Produzenten von Inhalten werden konnte – dank YouTube, Blogs und den sozialen Netzwerken. Jetzt sind wir mittendrin im Web 3.0, dem semantischen Netz, in dem Computer uns verstehen und wir kaum noch unterscheiden können, ob wir mit einem Menschen chatten oder mit einem Bot. Doch das Web 4.0 steht längst vor der Tür. Und es wird wieder einmal alles auf den Kopf stellen.

Eine klare Definition zu finden, ist nicht einfach, schließlich ist das Web 4.0 vor allen Dingen Zukunftsmusik. Doch schaut man sich das Web 3.0 an, bekommt man eine Ahnung. Alles, was jetzt noch nicht ist, wird dann sein. Das „semantische Web“ kann uns Nutzer zwar bereits sehr gut verstehen und digitale Assistenten wie Siri, Cortana oder Googles Assistant werden vielfach als intelligent bezeichnet, aber das sind sie nicht wirklich. Sie sind aber bereits sehr gut darin, Metadaten auszuwerten, verschiedene Datenquellen miteinander zu verknüpfen, Muster zu finden und Ergebnisse nach Relevanz zu ordnen. Doch im Web 4.0 werden solche Assistenten in der Lage sein selbstständig Schlüsse zu ziehen. Und noch viel mehr.

Das Netz als Netz

Das zukünftige Netz – es werden auch häufiger die Begriffe „pragmatisches Web“ und „Outernet“ verwendet – wird sich wie ein Netz über die reale Welt legen und die strikte Trennung zwischen „real“ und „virtuell“ zunehmend aufheben. Smartphones und andere mobile Endgeräte wie Tablets sind zurzeit noch die zentrale Schnittstelle zwischen dem User und der virtuellen Welt. Im Web 4.0 werden es viele weitere Schnittstellen sein, denn das Netz der Zukunft ist modular. Diese Schnittstellen werden in der Kleidung, in Armbanduhren, Haushaltsgeräten, Brillen oder Möbeln vorhanden sein und dem Nutzer ganz individuell die Anwendungen, Daten, Dienste und Apps zur Verfügung stellen, die für ihn relevant sind. Und das rund um die Uhr. Das Bewusstsein dafür, „ins Internet zu gehen“, online ein Spiel zu spielen, zu shoppen oder nach Informationen zu suchen, wird verlorengehen. Einfach, weil der Nutzer 24/7 online ist und die Nutzung der virtuellen Welt zur Normalität wird.

Das Internet of Things (IoT)

Vorreiter dieser Entwicklung ist die Industrie. Unter dem Schlagwort „Internet of Things“ (IoT) werden seit einigen Jahren elektronische Geräte und Maschinen „smart“ konstruiert. Sie bekommen einen Zugang zum Internet und können so weltweit vernetzt und mit Servern von Dritten verbunden werden. Für Privatanwender bedeutet dies, dass Kühlschränke zukünftig eigenständig die Haltbarkeit von Lebensmitteln überwachen können und gegebenenfalls die abgelaufene Milch beim Onlinehändler nachbestellen. Ein anderes Beispiel sind per Smartphone-App steuerbare Heizungsanlagen, sodass bereits auf dem Heimweg aus dem Büro die Temperatur in der Wohnung durch den Nutzer hochgeregelt werden kann.

Für die Industrie bedeutet das IoT vor allen Dingen die Optimierung des Wertschöpfungsprozesses. Unternehmen – egal ob Global Player, Mittelständler oder Startups – bekommen durch die zunehmende Vernetzung die Möglichkeit, flexibler, schneller und effizienter zu agieren. So lassen sich Maschinen direkt vom Hersteller oder Serviceanbieter überwachen und Verschleißteile ersetzen, noch bevor ein Ausfall passiert. Das minimiert die Standzeiten erheblich. In der Logistik können Sendungen und Container in Echtzeit getrackt werden. Und auch der Warenbestand eines Unternehmens ist durch die Vernetzung stets auf dem aktuellsten Stand und kann kurzfristig an wechselnde Bedarfe angepasst werden.

Das Web der Zukunft wird also immer da sein, Maschinen, Geräte und Menschen miteinander verbinden und eine klare Trennung zwischen realer und virtueller Welt verlieren. Es wird zu einem Baukasten aus Apps, Diensten und Daten, aus denen die Nutzer ihr individuelles Netzerlebnis zusammenstellen. Und es wird leistungsfähig genug sein, damit immer mehr Geräte mit künstlicher Intelligenz eingebunden werden können bzw. diese künstliche Intelligenz Dritten über das Web 4.0 zur Verfügung gestellt werden kann.

Die war unser erster Teil zur Zukunft und dem Web 4.0. Im nächsten Blogbeitrag gehen wir ausführlicher auf verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, augmented reality und dem aktuellen Stand auf nationaler und internationaler Ebene ein.

2018-08-17T15:50:07+00:0029.08.2018|