Vor einigen Monaten haben wir dir hier im Blog unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten für dein Startup vorgestellt. Crowdfunding und Crowdinvesting spielen dabei eine immer größer werdende Rolle, weswegen wir heute noch einmal ausführlich auf die Möglichkeiten der Crowd, auf Anbieter und sinnvolle Strategien eingehen wollen. Denn ein Selbstläufer sind solche Crowdfunding-Kampagnen keinesfalls. Und waren es wahrscheinlich auch nie.

Crowdfunding oder Crowdinvesting?

Du hast eine herausragende Produkt- oder Geschäftsidee und möchtest sie über sie über eine große Gruppe von Geldgebern finanzieren lassen? Prima, das hat eine ganze Reihe von Vorteilen, die den Erfolg deiner Idee ein ganzes Stück wahrscheinlicher werden lassen. Zuallererst musst du für dich jedoch entscheiden, wie stark du die Geldgeber an deinem Unternehmen bzw. an deiner Idee teilhaben lassen möchtest. Ganz grob kann man zwischen drei Finanzierungsarten unterscheiden: Beim spendenbasierten Crowdfunding steht der Altruismus im Mittelpunkt. Deine Geldgeber unterstützen dich, ohne dass sie dafür eine Gegenleistung von dir erwarten. Allerdings sollte ein – wie auch immer gestaltetes – Dankeschön durch dich eine Selbstverständlichkeit sein. Beim gegenleistungsbasierten Crowdfunding bekommen die Spender diverse Aufmerksamkeiten von dir. Zahlreiche Crowdfunding-Projekte staffeln solche Gegenleistungen nach der Spendenhöhe. Wer 10 Euro spendet bekommt dies, wer 50 Euro spendet, bekommt das und wer 100 Euro gibt bekommt dies und das. Solche Aufmerksamkeiten können Produktproben sein, Packages, T-Shirts und alles andere, was sich auf dein Business bezieht.

Beim Crowdinvesting hingegen wird es so richtig geschäftlich. Unterstützer werden zu Investoren, die mit ihrem Geld Anteile an deinem Business erwerben. Hierbei geht es vor allen Dingen um langfristigen Erfolg, denn wer Geld anlegt, will natürlich auch eine entsprechende Rendite erzielen. Wie viele Anteile du ausgibst und in welcher Form sich die Investoren einbringen können, bleibt dir selbst überlassen. Aber klar ist natürlich: Je mehr Geld aus externen Quellen in dein Unternehmen fließt, desto größer muss auch die Beteiligung der Geldgeber sein.

Crowdfunding-Portale

Plattformen, auf denen du eine Crowdfunding-Kampagne starten kannst, gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Platzhirsche wie das international ausgelegte Kickstarter oder das in Deutschland ansässige Startnext sind seriöse und sichere Anlaufstellen für dein Projekt. Jedoch ist die Konkurrenz auf solch großen Portalen hoch und du musst einiges dafür tun, damit es sich aus der Masse abhebt. Andere Anbieter sind vielleicht etwas kleiner, dafür aber spezialisierter. Bei Visionbakery aus Leipzig etwa, sind vor allen Dingen Projekte aus dem künstlerisch-kreativen und sozialen Bereich zu finden. Musikalben, Dokumentarfilme, Upcycling-Produkte, Bildungsprojekte, sowas halt. Seedmatch aus Dresden bedient eher den Markt des Crowdinvestings und unterstützt Startups bis zu einer Höhe von 2,5 Millionen Euro. Um herauszufinden, welche Plattform am geeignetsten für deine Unternehmungen ist, musst du ein wenig recherchieren. Schau dir die Nutzerzahlen an, welche Projekte auf den einzelnen Portalen überwiegen und suche nach Erfahrungsberichten im Netz. Der Erfolg steht und fällt mit dem richtigen Anbieter.

Die Strategie

Nachdem du dich für eine Plattform entschieden hast, kann dein Crowdfunding starten. Und das bedeutet: jede Menge Arbeit. Du musst an die Öffentlichkeit und möglichst viele Menschen erreichen. Und wo schaffst du das am schnellsten? Natürlich in den sozialen Medien. Nirgendwo sonst hast du die Chance auf eine solch enorme Reichweite. Idealerweise hast du schon zum Kampagnenstart ein großes Netz von virtuellen Freunden, Followern und Abonnenten aufgebaut. Falls nicht, solltest du viel Zeit investieren! Beschränke dich nicht nur auf ein Netzwerk, sondern gehe in die Breite. Pflicht sollten Accounts bei Instagram, Facebook und Twitter sein.

Über diese Kanäle kannst du nun transparent, charmant und authentisch dein Projekt kommunizieren. Was ist deine Vision? Warum gehst du den Weg über die Crowd? Wie ist der aktuelle Entwicklungsstand? Welche Fortschritte kannst du vermelden? Das sind Fragen, die beantwortet werden wollen.

Deine Persönlichkeit

Mindestens ebenso wichtig ist für potenzielle Geldgeber die Frage, wer denn überhaupt hinter dem Projekt steht. Gehe mit deinem Gesicht und deiner Unternehmerpersönlichkeit in die Öffentlichkeit. Die Bereitschaft zur Unterstützung steigt deutlich, wenn Interessierte sehen können, wem sie überhaupt Geld zur Verfügung stellen. Schließlich kauft niemand gern die Katze im Sack. Stell dich also der Community vor und gib Einblicke in dein Leben: Wie arbeitest du? Wie lebst du? Was macht dich sympathisch? Insbesondere solche weichen Fakten geben häufig den Ausschlag, ob du unterstützt wirst oder nicht.

Ein letzter wichtiger Erfolgsfaktor wird oft vergessen: Vernetze dich mit anderen Crowdfunding-Projekten. Unterstütze sie finanziell, mache Werbung und suche den Kontakt. So kannst du eventuell von den Erfahrungen der anderen profitieren und hast bei deinem eigenen Projekt ebenfalls einen guten und reichweitenstarken Unterstützer an deiner Seite. Helft euch also gegenseitig.

All diese Tipps sind noch keine Erfolgsgarantie. Ob ein Crowdfunding funktioniert und sein Ziel erreicht, hängt von vielen Faktoren ab. Immer wird es Zeitgeist-Themen geben, die sich praktisch von selbst verkaufen und andere, die trotz großem Einsatz scheitern. Doch mit unseren Tipps schaffst du eine gute Basis und sorgst für Bedingungen, die dein Crowdfunding-Projekt optimal starten lassen.